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Bank: der große Ratgeber
Was eine Bank leistet – die Kerngeschäfte im Überblick
Eine Bank ist ein Kreditinstitut mit behördlicher Erlaubnis. Sie nimmt Einlagen von Privat- und Geschäftskunden entgegen, verleiht dieses Geld weiter und wickelt den Zahlungsverkehr ab. Fast alles, was man am Schalter, am Telefon oder im Online-Banking bekommt, lässt sich aus diesem Grundgeschäft ableiten.
Der Alltag läuft über das Girokonto: Kontoführung, Girocard und Kreditkarte, Überweisungen, Daueraufträge und Lastschriften, dazu Bargeldauszahlung am Automaten oder Schalter. Viele Institute helfen beim Wechsel mit einem Umzugsservice, der Gehaltseingänge und Abbuchungen koordiniert. Wer einen negativen Schufa-Eintrag hat, kann ein sogenanntes Basiskonto verlangen – ein Konto für den grundlegenden Zahlungsverkehr, das Banken in Deutschland anbieten müssen.
Das Sparen reicht vom Tagesgeld über Festgeld bis zum Wertpapierdepot. Im Depot lassen sich Aktien, Anleihen, Investmentfonds und ETFs halten; Sparpläne sorgen für regelmäßigen Einkauf. Wer möchte, lässt sein Vermögen beraten oder aktiv von der Bank verwalten. Für den Ruhestand gibt es Auszahlpläne, die angespartes Kapital in eine monatliche Rente verwandeln.
Beim Finanzieren führt kaum ein Weg an der Bank vorbei: Dispositionskredit, Rahmenkredit, Ratenkredit und Autokredit sind die klassischen Formen. Die Baufinanzierung ist das größte Geschäft – Annuitätendarlehen mit fester Zinsbindung, Forward-Darlehen zur vorgezogenen Zinssicherung, Anschlussfinanzierung am Ende der Zinsbindung und Förderkredite, etwa über die KfW. Wer mehrere Verbindlichkeiten hat, kann sie zu einem günstigeren Kredit umschulden.
Hinzu kommen Vorsorge- und Versicherungsprodukte, die Banken meist mit Partnern vertreiben: private und betriebliche Altersvorsorge, Risikolebensversicherung, Sachversicherungen. Und es gibt die Dienste rundherum: Schließfächer für Wertgegenstände, Fremdwährungskonten, Geschäftskonten und Firmenkredite, Leasing und Factoring über Partner sowie Zinssicherungen für Unternehmen.
Filialbank, Sparkasse, Volksbank oder Direktbank
Die deutsche Banklandschaft lässt sich in vier Gruppen einteilen. Private Geschäftsbanken – von Großbanken bis zu regionalen Privatbankhäusern – arbeiten erwerbswirtschaftlich und oft mit starkem Online-Angebot. Sparkassen sind öffentlich-rechtliche Institute mit dem Auftrag, ihre Region mit Bankdienstleistungen zu versorgen. Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Genossenschaften: Kunden können Mitglied werden und haben formal ein Mitbestimmungsrecht. Direktbanken schließlich betreiben keine Filialen; sie rechnen schlanker und geben das oft über günstigere Konditionen weiter, der Service läuft über App, Chat und Hotline.
Keine Gruppe ist pauschal besser. Wer viel Bargeld braucht, Wertgegenstände einlagern will oder persönliche Beratung schätzt, kommt an einer Filiale kaum vorbei. Wer rein digital unterwegs ist, spart mit einer Direktbank einiges an Gebühr. Üblich ist längst die Kombination: ein Konto bei einer Bank mit Filiale in Ihrer Stadt, ein Zweitdepot oder Tagesgeldkonto bei einem Online-Anbieter.
Woran man eine seriöse Bank erkennt
Die erste Hürde nimmt der Gesetzgeber ab: Wer in Deutschland als Bank tätig ist, braucht eine Erlaubnis und steht unter der Aufsicht der BaFin. Kundeneinlagen sind gesetzlich bis 100.000 Euro pro Kunde und Institut gesichert; Sparkassen und Genossenschaftsbanken unterhalten zusätzliche Einrichtungen, die darüber hinausgehen. Bei Direktbanken mit Auslandssitz lohnt der Blick darauf, welches Einlagensicherungssystem konkret greift.
Im Beratungsgespräch zeigt sich die Qualität im Kleingedruckten. Bei der Anlageberatung und bei Immobiliendarlehen ist die Bank verpflichtet, ein Beratungsprotokoll zu führen und dem Kunden auszuhändigen. Wertpapiere kommen mit einem Basisinformationsblatt, Konten und Karten mit Produktinformationsblättern. Das Preis- und Leistungsverzeichnis listet jede Gebühr – ein seriöses Institut nennt Kosten unaufgefordert und vollständig.
Auch die Qualifikation der Berater lässt sich einschätzen. Bankangestellte durchlaufen in aller Regel eine kaufmännische Ausbildung und regelmäßige Pflichtschulungen, viele Berater legen Zusatzzertifikate ab. Freie Vermittler außerhalb von Banken brauchen dagegen einen Sachkundenachweis der IHK. Wer unsicher ist, fragt einfach nach Ausbildung, Erfahrung und Spezialisierung – etwa in Baufinanzierung oder Vermögensplanung.
Ein weiteres Indiz ist der Umgang mit Widerstand. Gute Berater lassen Bedenkzeit, akzeptieren ein "Ich möchte vergleichen" und drängen nicht zum Sofortabschluss. Für den Fall der Fälle gibt es außergerichtliche Schlichtungsstellen: den Ombudsmann der privaten Banken, die Streitschlichtungsstelle der Sparkassen und die der Genossenschaftsbanken. Bewertungen anderer Kunden aus Ihrer Stadt geben eine erste Orientierung, ersetzen aber kein eigenes Gespräch.
Kosten und Preise: womit man rechnen muss
Die Kontoführung kostet je nach Institut nichts oder einen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Betrag pro Monat. Häufig entfällt die Gebühr, wenn ein Gehaltseingang oder ein Mindestumsatz vereinbart wird. Karten können extra kosten, ebenso Buchungen über fremde Automaten. Im Ausland kommt ein Fremdwährungsentgelt hinzu, meist ein Prozentsatz je Umsatz.
Zinsen auf Sparguthaben hängen vom Leitzinsumfeld, von der Anlagedauer und von der Höhe des Betrags ab. Festgeld bringt eine Zinsgarantie für die Laufzeit, Tagesgeld passt sich jederzeit an – nach oben wie nach unten.
Wertpapierkosten setzen sich aus Depotgebühr, Orderentgelt und Produktkosten zusammen. Das Orderentgelt ist oft ein Prozentsatz des Ordervolumens mit Mindest- und Höchstbetrag; bei aktiv gemanagten Fonds fällt ein Ausgabeaufschlag an, der mitunter verhandelbar ist, plus eine laufende Verwaltungsvergütung. ETFs sind meist die günstigste Variante.
Bei Krediten zählt nicht der Sollzins, sondern der effektive Jahreszins – er enthält die meisten Kosten und ist die einzige ehrliche Vergleichsgröße. Die Höhe hängt von Bonität, Einkommen, Laufzeit und Besicherung ab. Restschuldversicherungen verteuern ein Darlehen oft deutlich; sie sind meist freiwillig und in der Regel separat kündbar.
Die Baufinanzierung ist ein eigenes Kapitel. Den Zins beeinflussen die Beleihungsquote – je mehr Eigenkapital, desto besser –, die Dauer der Zinsbindung, das Objekt samt Lage und die persönliche Bonität. Bereitstellungszinsen fallen an, wenn die Bank das Darlehen bereits bereitstellt, der Bau oder Kauf das Kapital aber nur nach und nach abruft. Notar, Grundbuch und Grunderwerbsteuer zahlen nicht an die Bank, gehören aber in jede Kalkulation.
Die Beratung selbst ist bei Banken in aller Regel kostenlos; die Vergütung steckt im Produkt. Wer unabhängige Beratung will, kann einen Honorarberater bezahlen – auch das ist ein Kostenpunkt, den man kennen sollte.
Der Ablauf: von der Anfrage bis zum Abschluss
Vor dem ersten Gespräch lohnt es sich, den Bedarf zu sortieren und Unterlagen zusammenzustellen: Ausweis immer; bei Krediten die letzten Gehaltsnachweise und eine Übersicht der monatlichen Ausgaben; bei einer Baufinanzierung Kaufvertrag oder Bauplan, Eigenkapitalnachweise und eine Schätzung der Nebenkosten.
Das Erstgespräch findet in der Filiale in Ihrer Stadt, per Telefon oder per Video statt. Der Berater erhebt ein Profil: bei der Geldanlage Anlageziele, Kenntnisse, Risikobereitschaft und Anlagedauer; beim Kredit Einkommen, Verbindlichkeiten und Verwendungszweck. Daraus entsteht ein Angebot, das man sich schriftlich geben lassen sollte – inklusive aller Kosten und der Alternativen, die besprochen wurden.
Jetzt kommt die Bedenkzeit. Ein Vergleich mit ein, zwei weiteren Instituten, auch überregionalen, kostet nichts und zahlt sich gerade bei größeren Summen aus. Seriöse Institute akzeptieren das ohne Murren.
Der Abschluss selbst ist meist eine Formalität: Legitimation in der Filiale oder per Post- beziehungsweise Video-Ident, Unterschrift, fertig. Bei Verbraucherdarlehensverträgen und bei Abschlüssen im Fernabsatz gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht – die Frist steht in den Vertragsunterlagen.
Danach beginnt die Betreuung. Protokolle, Verträge und Zinsangebote gehören in einen Ordner; das Ende der Zinsbindung oder die Kündigungsfrist eines Festgeldes gehört in den Kalender. Größere Depots und laufende Finanzierungen verdienen einmal jährlich einen Blick, ob Konditionen und Struktur noch passen.
Im Gespräch selbst gilt: nach allen Kosten fragen, nach Alternativen fragen, nach Risiken fragen. Wer unsicher ist, nimmt eine Vertrauensperson mit oder bittet um die Unterlagen zum Mitnehmen. Niemand muss am Tisch unterschreiben.
Typische Fehler – und wie man sie vermeidet
Der Dispo als Dauerzustand ist der Klassiker. Keine Kreditform ist teurer; wer ihn über Monate nutzt, sollte ihn in einen Raten- oder Rahmenkredit umschulden.
Beim Kredit entscheidet nicht der Werbezins, sondern der effektive Jahreszins und die Gesamtkosten über die Laufzeit. Nicht weniger entscheidend: Sondertilgungsrechte, die Möglichkeit, Raten auszusetzen, und die Frage, was nach der Zinsbindung passiert.
Beratungsprotokolle ungelesen wegzulegen ist ein teurer Fehler. Sie dokumentieren, was besprochen wurde, und sind im Streitfall das zentrale Beweisstück. Lesen, prüfen, aufbewahren.
Der Kontowechsel gerät gern zum Chaos, wenn Lastschriften vergessen werden. Die sichere Reihenfolge: neues Konto eröffnen, Guthaben und Gehalt umziehen, Daueraufträge und Abbuchungen übertragen, das alte Konto erst nach zwei, drei Monaten kündigen.
Bequemlichkeit kostet Rendite: Wer Depot, Kredit und Versicherung aus einer Hand nimmt, ohne Preise zu vergleichen, zahlt oft drauf. Bündelung ist praktisch, aber kein Sparargument.
Vernachlässigt wird die Vorsorge für den Ernstfall. Ohne Vollmacht kommt kein Angehöriger an das Konto – auch nicht der Ehepartner. Vollmachten und Vertretungsregelungen gehören frühzeitig geklärt und regelmäßig geprüft.
Und schließlich die Sicherheit: Keine Bank fragt per Telefon, SMS oder E-Mail nach TAN oder Zugangsdaten. Wer unter Druck gesetzt wird, legt auf und wählt die Nummer auf der Rückseite der Karte.
Warum eine Bank aus Ihrer Stadt praktisch ist
Ein Institut mit Filiale in Ihrer Stadt hat handfeste Vorteile. Es gibt feste Ansprechpartner statt wechselnder Hotline-Stimmen, Termine ohne Warteschleife und jemanden, der den Fall kennt, wenn es um eine Finanzierung, eine Erbschaft oder eine Firmenerweiterung geht.
Regionalwissen zahlt sich vor allem bei Immobilien aus. Wer in Ihrer Region kauft oder baut, profitiert von einer Bank, die die hiesigen Marktpreise kennt und den Beleihungswert realistisch ansetzt – das kann über die Konditionen entscheiden. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken sitzen zudem die Entscheidungsgremien in der Region; Kreditanträge mittelständischer Betriebe werden oft vor Ort beurteilt.
Manches braucht schlicht Präsenz: Bargeld in größeren Mengen, das Schließfach, die Legitimation für ein neues Depot, Unterschriften, die nur am Schalter geleistet werden können. Und nicht zuletzt gilt für Sparkassen und Genossenschaftsbanken ein Regionalprinzip: Einlagen fließen bevorzugt als Kredite an Kunden und Unternehmen der Region zurück.
Die Kombination aus beidem ist meist die beste Lösung: eine Bank vor Ort für Beratung, Bargeld und die großen Finanzierungen, ein Online-Konto oder Zweitdepot für günstiges Sparen und Investieren.
Häufige Fragen
Wie sicher ist mein Geld bei einer Bank? Gesetzlich sind Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde und Institut über die Einlagensicherung geschützt. Sparkassen und Genossenschaftsbanken sichern über zusätzliche Einrichtungen darüber hinaus. Bei Banken mit Auslandssitz sollte man prüfen, welches Sicherungssystem greift und welche Regulierung des Landes gilt.
Brauche ich eine Filiale in Ihrer Stadt, oder reicht eine Direktbank? Das hängt vom Nutzungsverhalten ab. Wer Bargeld abhebt, Schließfächer nutzt oder Wert auf persönliche Beratung legt, kommt um eine Filiale kaum herum. Wer rein digital wirtschaftet, kann mit einer Direktbank Gebühren sparen. Viele Kunden führen beides parallel.
Was kostet ein Girokonto realistisch? Die Spanne reicht von kostenlos bis zu einem niedrigen zweistelligen Monatsbetrag. Häufig entfällt die Gebühr bei Gehaltseingang oder Mindestumsatz. Karten, Fremdautomatennutzung und Auslandsumsätze können extra kosten – das Preis- und Leistungsverzeichnis gibt verbindlich Auskunft.
Worauf muss ich bei einem Kredit achten? Auf den effektiven Jahreszins statt auf den Werbe-Sollzins, auf die Gesamtkosten über die Laufzeit, auf Sondertilgungsrechte und auf die Bedingungen für Ratenpausen. Restschuldversicherungen sind meist freiwillig und verteuern das Darlehen oft spürbar. Nach Abschluss gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht.
Was ist der Unterschied zwischen Bankberatung und Honorarberatung? Die Bankberatung ist für den Kunden in der Regel kostenlos; die Vergütung steckt im Produkt, was Interessenkonflikte begünstigen kann. Ein Honorarberater wird direkt vom Kunden bezahlt und darf keine Produktprovisionen annehmen. Beide Wege haben Vor- und Nachteile – entscheidend sind Qualifikation und Transparenz.
Wie wechsle ich mein Konto, ohne dass Lastschriften platzen? Zuerst das neue Konto eröffnen und die Kontowechselhilfe der Bank nutzen: Sie informiert Zahlungspartner und überträgt Daueraufträge. Den Gehaltseingang aktiv ummelden, einige Wochen Guthaben auf beiden Konten halten und das alte Konto erst kündigen, wenn keine Abbuchung mehr droht. So vermeidet man teure Rücklastschriften.
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